Omnis amans amens

…nothing is desperately important and the joy of life is just looking at it

Deutschland im Sommer 2015 – Eine Momentaufnahme

Ich wohne in einer kleinen Stadt, die man als nicht besonders diversifiziert bezeichnen würde. In den Schulklassen meiner Kinder kommen die Ausländer aus Kanada oder der Schweiz. Es ist, von außen betrachtet, eine heile Welt im Speckgürtel einer Großstadt mit Herz.

Jetzt haben auch wir unsere ersten Flüchtlinge bekommen. Familien mit kleinen Kindern. Das jüngste wurde zwei Tage nach der Ankunft geboren. Wer weiß was aus diesem Kind wird und ob es je in die Heimat seiner Eltern zurück gehen kann. Aber es wird für immer als Geburtsort den Namen der kleinen Stadt angeben.

Die Flüchtlinge sind in der Turnhalle der örtlichen Schule untergebracht. Gemäß offizieller Sprachregelung sind sie bis zum Beginn des neuen Schuljahres wieder raus. Wo sie hin sollen weiß niemand und entsprechend weiß jeder, dass sie dort bleiben werden. Man kann sehr gut in die Halle schauen und die Etagenbetten sehen. Die schmalen Schränke und der Versuch etwas Privatsphäre mit Bettlaken zu erreichen. Die Kinder fahren mit Fahrrädern durch die Gegend und schauen einen neugierig an. Wahrscheinlich so wie man sie selbst neugierig anschaut.

Das zuständige Landratsamt hat eine Nummer für Fragen eingerichtet. Man braucht viel Geduld wenn man jemanden erreichen will. Wenn man jemanden erreicht hat, dann merkt man schnell, dass man nicht der erste mit Fragen war. Aber die Fragen werden freundlich beantwortet und auf einen Helferkreis verwiesen. Der Helferkreis verweist auf den lokalen Helferkreis und der lokale Helferkreis verweist auf das Ortstreffen.

Das Treffen ist eine faszinierende Veranstaltung. Der Älteste ist bestimmt schon über 80. Die Jüngste vielleicht Anfang 20. Der Älteste hat bereits in den 90ern pragmatisch gehandelt und einfach geholfen. Es ist unglaublich wenn man sieht welche Autorität dieser Mann ausstrahlt. Die junge Frau hingegen scheint der Joker zu sein, die immer hilft, wenn sich kein Freiwilliger findet. Wenn man die eine oder andere Dame in einem anderen Umfeld sehen würde, dann würde man eher darauf tippen, das ihre größte Sorge die neue Herbstmode und nicht die ärztliche Versorgung von schwangeren Flüchtlingen ist.

Die Leiter der Ortsgruppe geben das Wort an die jeweiligen Leiter der einzelnen Arbeitsgruppen. So berichtet eine Frau von den Schwierigkeiten der viel zu großen Spendenbereitschaft und der logistischen Herausforderung Hunderte von Emails zu beantworten oder die Spenden zu sortieren. Eine andere Frau berichtet von den Nervenzusammenbrüchen einiger neuer Flüchtlinge wenn ihnen bewusst wird, dass sie nicht das vom Schlepper versprochene Einfamilienhaus bekommen sondern eine Turnhalle mit Hunderten anderer Flüchtlinge. Der Arzt berichtet von der Versorgung mit Kinderärzten und anderen Ärzten. Von den Tücken der Versorgung mit Hausarzt und Facharzt. Von der Notwendigkeit einer Überweisung und wie man das System am besten austricksen kann. Es ist überwältigend wenn man sieht wie sich Ärzte und Apotheker innerhalb von Sekunden auf eine pragmatische Lösung einigen. Wie schnell ein „so geht es nicht“ in ein „wir können es aber so machen“ wird. Wenn man sieht wie Menschen einfach helfen.

Es gibt auch die weniger appetitlichen Ereignisse wenn man erfährt, dass die Art und Weise des westlichen Toilettengangs nicht unbedingt der globale Standard ist. Aber auch hier gibt es einen Freiwilligen, der sich darum kümmern will. Es gibt die ersten Erfolge wenn eine andere Frau berichtet wie die Flüchtlinge die Reinigung selbst in die Hand genommen haben, als sie die Putzmittel in der Hand hatten. Es fehlt auch nicht der Hinweis, dass die Freundlichkeit schnell vorbei ist, wenn der erste Flüchtling mit seinem Fahrrad in einen teuren SUV kracht. Aber auch hier gibt es gleich eine schnelle Lösung.

Wenn man sieht was diese Menschen alles leisten, dann fragt man sich wie es wäre, wenn es diese Menschen nicht geben würde. Zum Glück gibt es sie. In unserer kleinen Stadt im Speckgürtel als auch in vielen anderen Teilen. Die nächsten Wochen und Monate werden nicht einfach werden aber mit diesen Menschen kann man viel leisten.

Der 80-jährige hat noch eine Bitte an die Teilnehmer. Er weist auf eine Bürgerinformation hin und das dort auch gerne die weniger helle Seite Deutschlands zu sehen und zu hören ist. Man möge doch bitte auch dorthin gehen um pauschalen Aussagen die Fakten entgegen stellen. Nicht mehr aber auch nicht weniger.

Hotellobby

Eine Hotellobby, viel zu früh bei einem Treffen mit einem unbekannten Menschen. Faszinierend was man alles so mitbekommt, wenn man nicht weiß auf wen man wartet.

Zwischen den Jahren

25.12

Gelöste Atmosphäre im Kreis der Großfamilie. Belanglose Gespräche zwischen den Mahlzeiten.

„Also, wenn ich zuerst sterbe, dann will ich so beerdigt wie Deine Eltern es sich wünschen. Die Asche in einer Urne irgendwo im Garten vergraben oder auf dem Kaminsims stehend.“

„Ah ja. Wie kommst Du darauf?“

„Einfach so, kam mir gerade.“

„OK, gut das wir darüber gesprochen haben. Ich hoffe, dass wir uns mit dem Thema noch etwas Zeit lassen können.“

28.12

Wieder zuhause in den eigenen vier Wänden.

„Fühl mal!“

„Wo?“

„Na hier, da ist etwas“

„Oh, schei…. Ja, da ist etwas. Du musst zum Arzt, das fühlt sich nicht gut an“

29.12

Angespannte Stimmung

„Sie sprechen mit dem Anrufbeantworter der gynäkologischen Praxis von Dr. …“

„Sie sprechen mit dem Anrufbeantworter der gynäkologischen Praxis von Dr. …“

„Sie sprechen mit dem Anrufbeantworter der gynäkologischen Praxis von Dr. …“

„Krankenhaus XYZ, was kann ich für sie tun?“

„Ja, hallo, meine Frau hat einen ziemlich großen Knoten in der Brust ertastet und ihre Ärztin ist, wie alle Ärzte, im Weihnachtsurlaub. Könnte sich bei ihnen ein Arzt das bitte anschauen?“

„Ihre Frau kann gerne vorbei kommen, wenn sie große Schmerzen hat, ansonsten können wir nichts machen, da wir auch nur eine Notbesetzung auf der Geburtsstation haben. Da muss sie bis nach Dreikönig warten.“

02.01

Erlösung

„Da haben Sie aber Glück gehabt, dass Sie uns heute erreicht haben. Eigentlich haben wir nicht offen. Das ist nur ein (…). Da müssen Sie sich keine Sorgen machen. Aber immer schön zur Vorsorge gehen.“

Happy 2014 – Besser spät als nie

Die liebe Sarah hatte vor über drei Monaten dazu aufgerufen. Bei manchen dauert es eben etwas länger. Andererseits ist es interessant sich erst einige drei Monate später zu erinnern. An was werde ich mich wohl in drei oder dreißig Jahren erinnern?

Als erstes fällt mir der Jobwechsel ein. Auf dem Papier habe ich in 2014 endlich das erreicht, was ich schon vor über 15 Jahren als Ziel definiert hatte. Fühlt sich gut und doch ist es nicht die erlösende Befriedigung gewesen, die ich mir vorgestellt hatte. Es wird auch nur mit Wasser gekocht.

Als nächstes fällt mir die Halbzeitpause des WM Halbfinales ein, als ich das Halbzeitergebnis fotografiert habe, um es einmal meinen bisher nicht vorhandenen Enkeln zeigen zu können. Es war ein sehr schöner Gedanke meinen eventuellen Enkeln einmal erzählen zu können, wie ich mit ihrem Vater bzw. Onkel, der damals so klein war, wie sie jetzt, das Spiel gesehen habe und es einfach nicht glauben konnte.

Die Midlife-Crisis hat zugeschlagen. Das Lied der Ärzte „Ist das alles“ war ein beherrschendes Thema in 2014. War es das im Leben? Kommt noch etwas? Noch einmal durchstarten? Dankbarer sein? Was ist Ehrgeiz und was ist Narzissmus? Was ist kritisches Hinterfragen und was ist Selbstmitleid?

Die Einschläge kommen näher. Der Tod und die Krankheiten kommen immer näher. Auch wenn wir vor den schlimmen Schlägen im Gegensatz zu anderen verschont geblieben sind, so kann man anhand aufziehender Wolken bereits ein Gefühl bekommen, dass es irgendwann schlechter werden wird.

Alles in allem verbuche ich 2014 als ein sehr schönes Jahr. Ein Jahr in dem mir erneut sehr viel Glück zugute kam. Ein Jahr für das ich sehr dankbar sein sollte und auch bin.

Geiz, Gier und Gejammer

Das Lesen von vielen verschiedenen Meinungen habe ich in den letzten Monaten als sehr wertvolle Bereicherung der Meinungsvielfalt der „Lügenpresse“ angesehen. Das schöne ist, dass man beide Seiten der ausleben kann.

Ein Beispiel, da es aktuell nicht mehr so im Brennpunkt steht: Der Israel-Palästina Konflikt. Da gibt es die israelische und die palästinensische Seite. Beide Seiten sind selbst unschuldig und wehren sich nur gegen die Aggression des anderen. Den Medien wird immer dann einseitige Berichterstattung vorgeworfen, wenn sie etwas, aus ihrer Sicht, Falsches schreiben. Das ist teilweise bemerkenswert, wenn die beide Seiten die Berichte als einseitig verdammen.

Ein anderes Beispiel ist der Ukraine Konflikt. Auch hier haben wir es gemäß vielen Menschen mit einem krassen Fall von Lügenpresse zu tun. Da werden „Fakten“ nicht aufgenommen und nur die westliche Sicht gezeigt. Ich frage mich, warum die gesamte „Lügenpresse“ im Falle der NSA, dem 2. Irakkrieg, etc. volle Breitseite gegeben hat. So stark, dass es am Ende fast jedem zum Hals raus hing. Jetzt soll genau diese Lügenpresse auf einmal alle von geheimen Mächten gesteuert sein und nur das veröffentlichen, was der Westen will. Ich muss zugeben, dass dies meine Vorstellungskraft übersteigt. Weniger wegen der zugrunde liegenden Daten (ob meine Sicht da richtig oder falsch ist, sei einmal dahin gestellt, ich kann es nicht nachprüfen) , sondern vielmehr, da die Konkurrenz der Medien untereinander so groß ist, dass man mit einer Sicht wider die herrschende Meinung eine Menge Aufmerksamkeit und damit Werbeeinnahmen und damit Gewinne bekommen würde. Vielleicht würden auch noch einige Medienpreise abfallen, die das Ego der schmeicheln würden.

Ich würde gerne noch etwas zu PEGIDA schreiben, aber es scheint, dass sich dieses Phänomen von alleine erledigt hat. Wahrscheinlich auch aufgrund der „Lügenpresse“ und anderer finsterer Mächte.

Die Bundeskanzlerin macht eigentlich auch alles falsch. Den einen ist sie in der Griechenlandfrage viel zu weich, den anderen viel zu hart. Dem einen ist sie in der Ukrainekrise viel zu sehr Putinversteherin und dem anderen eine Kriegstreiberin. Der eigenen Partei ist sie nicht modern genug und den anderen nicht konservativ genug.

Was haben diese Beispiele gemeinsam? Jeder will möglichst viel von seinen Interessen durchbringen. Jeder ist nur auf seinen Vorteil aus. Jeder meint, dass ihm noch mehr zusteht und dass nur er Recht und all die anderen Unrecht haben.

Diese Gier ist der Antrieb unserer Welt und wir sind damit relativ weit gekommen. Von daher hat diese Gier durchaus ihre Vorteile, allerdings sollte man zu ihr stehen. Jeder von uns sollte zu dieser Gier stehen und sich nicht für einen Gutmenschen halten, solange es nicht so ist.

Einige Beispiele: Man ist gegen die Globalisierung, aber freut sich für 280 EUR nach New York zu fliegen. Man ist für gerechte Löhne und nutzt trotzdem das neueste Smartphone, obwohl man weiß, dass in irgendeiner asiatischen Produktion es jemand für einen Hungerlohn zusammen bauen musste. Man ist gegen Massentierhaltung, aber schiebt sich trotzdem die Fleischberge rein. Man könnte diese Liste endlos fortführen und wahrscheinlich kann jeder, der sich von dieser Liste angesprochen fühlt bestimmt eine gute Begründung geben, warum er trotzdem zu den Guten gehört, warum der Flug sinnvoll ist, warum der Kauf des Smartphones nicht die Mitarbeiter ausbeutet und so weiter.

Der Geiz und die Gier geht einher mit einem nicht endenden Gejammer. Wie schlecht es uns doch geht. Gejammer über angeblich eingeschränkte Meinungsfreiheit weil aufgrund Terrorwarnung ein Karnevalsumzug abgesagt wurde oder weil zu viel Polizei auf den Straßen ist. Die Polizisten stehen da bestimmt gerne in voller Montur rum und warten, dass etwas passiert. Die Angehörigen der Polizisten finden das bestimmt auch toll.

Wenn man selbst in der warmen Wohnung sitzt, satt ist und den nächsten Urlaub vor Augen hat, dann lässt sich ganz hervorragend Ratschläge geben, was man anders und besser machen soll. Ich kann das auch. Wenn man allerdings die Entscheidungen zu treffen hat und die Verantwortung zu übernehmen hat, dann sieht es etwas anders aus. Wie ginge es wohl den Verantwortlichen, wenn trotz Terrorhinweise eine Demonstration genehmigt worden wäre und dann x Menschen getötet oder gestorben wären. Wie wäre es denn,wenn trotz Terrorhinweise eine Gruppe Attentäter durch die Innenstadt marschieren und Menschen umbringen würde?

Oder Griechenland. Jeder weiß genau, was zu tun ist. Sei es den Griechen die Schulden zu erlassen oder noch viel härtere Maßnahmen umzusetzen. Jeder, der nicht in der Verantwortung steht, weiß es besser. Es ist manchmal schade, dass wir keine Glaskugel haben, aber mich würde schon interessieren, wie die Kritiker reagieren würden, wenn man ihre Vorschläge tatsächlich umsetzen würde. Wenn man wirklich 80 Mrd EUR aus deutscher Sicht erlassen würde. Wenn dann das Geld an anderer Stelle irgendwie wieder reinkommen muss. Da wäre dann das Gejammer wieder groß, egal, ob es sich um dem Verteidigungs-, Sozial-, Infrastruktur- oder was auch immer Haushalt handelt. Da hätten wir dann wieder die Gier.

Jeder Politiker aber auch jeder Mensch, der in einer Beziehung, Familie oder sonstiger Ansammlung von Menschen lebt kommt um Kompromisse nicht herum. Es geht nicht anders. Es gibt gute und schlechte Kompromisse. Ein guter Kompromiss kann sich im Nachgang als schlechter herausstellen und umgekehrt. Hinterher ist man immer schlauer.

Daher kann man jedem, der es besser weiß, nur raten Verantwortung zu übernehmen, in die Politik, Management oder sonstigen Führungspositionen zu gehen und Dinge anzupacken. Man kann da jeden guten Gedanken gebrauchen. Alle anderen sollten offen und ehrlich zu Geiz und Gier stehen.

Wie heisst es so schön: Wenn jeder an sich denkt, dann ist an jeden gedacht.

Binge Blogging

Nachdem ich monatelang nichts veröffentlicht habe kommen jetzt auf einen Schlag einige Beiträge. Die lagen teilweise schon seit einigen Wochen rum. Entsprechend bitte nicht versuchen sie in einem Zusammenhang zu sehen. Manche Dinge haben sich angestaut und mussten jetzt einfach raus.

Macht, Gier und Neid

Vor Weihnachten war in der FAZ ein sehr lesenswertes Interview mit Gerhard Polt (http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/weihnachts-interview-mit-gerhard-polt-13329715.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2). Was eigentlich über Weihnachten gehen sollte geht schnell auf andere Themen ein. Sehr bezeichnend fand ich folgende Aussage von Polt, da sie so gut zur aktuellen Situation passt.

„…Ich war noch ein Kind [Polt wurde 1942 geboren], ungefähr acht Jahre alt, als Flüchtlinge aus Schlesien mit die Ersten im Ort waren, die ein Haus gebaut haben. Und da hat dann eine Frau, ich seh ihr Gesicht noch vor mir, geschimpft, wo diese Flüchtlinge das Geld her hätten und dass man da einen Benzinkanister reinschmeißen müsste und das Haus anzünden. So ein Hass, gegen die eigenen Leute. Und die waren sogar noch katholisch! Ich sage das deshalb, weil mir das geholfen hat, um später wenigstens ein bisschen zu verstehen, was zum Beispiel in Jugoslawien passiert ist. Aber ich kann das nur erzählen…“

Ich bin immer wieder fasziniert, wenn ich das lese, denn es zeigt, dass es am Ende immer nur ums Geld geht. Das waren vertriebene, katholische Deutsche im damals noch tief katholischen Oberbayern. Da fällt es selbst der „Ja, aber…“-Fraktion schwer Gründe zu finden, die über Neid und Gier hinaus gehen.  Man nehme den besagten Jugoslawien Konflikt und die vermeintlichen Unterschiede zwischen Orthodoxen, Moslems und Katholiken. Man nehme den Israel/Palästina Konflikt zwischen Moslems und Juden oder den Nord-Irland Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken. Man nehme den Konflikt zwischen indischen Hindus und pakistanischen Moslems. Am Ende vom Tag geht es immer um Macht, Einfluss und Geld.

Religion ist nur ein vorgeschobenes Argument, um die eigenen Truppen zu mobilisieren, bis sie irgendwann von alleine laufen und die gegenseitige Rache den Konflikt immer wieder anheizt. So lange bis die Kontrahenten irgendwann einmal ausgeblutet sind. Wie viele Millionen Franzosen und Deutsche haben allein zwischen 1870 und 1945 ihr Leben gelassen, wegen einer angeblichen Erbfeindschaft der Länder. Irgendwann hatten wohl beide Länder verstanden, dass man bessere Geschäfte gemeinsam machen kann. Vielleicht lag es auch daran, dass man sich gegen einen größeren Feind verbünden musste. So wie die Europäer insgesamt verstanden haben, dass sie gemeinsam mehr Gewicht auf die Waage bringen.

Frohe Weihnachten

Es ist ruhig geworden im Blog. So ruhig, dass selbst die verehrte Frau Knobloch zur Holzhändlerin geworden ist und einfach einige Klafter abgeladen hat. Ich weiß die Fürsorge zu schätzen und werde bei Gelegenheit antworten. Die liebe Frau Lila hat meine Aufmerksamkeit auf ihren Wunschzettel geschrieben. Darüber freue ich mich einerseits und habe vorab schon ein schlechtes Gewissen, da ich nicht weiß, ob ich den Wunsch erfüllen kann, denn da haben sich bereits einige Menschen über mangelnde Aufmerksamkeit beschwert.

Wenn ich die letzten Wochen Revue passieren lasse, dann könnte, ich ohne zu lügen, eine Geschichte erzählen, die 90% der Leser neidisch machen würde. Eine Geschichte der großen, weiten Welt, der guten Restaurants, etc.Ich könnte genauso gut eine Geschichte erzählen, ohne zu lügen, und 90% der Leser würden sich ernsthafte Sorgen machen. Eine Geschichte von Stress, Belastungen, etc.
Wie immer liegt die Wahrheit dazwischen und mit der Zeit sieht man einige Dinge wesentlich undramatischer als sie anfangs den Anschein hatten. Mit der Zeit kann man Dinge auch einordnen. Dinge, die vermeintlich schrecklich erscheinen, sind am Ende des Tages nur wirtschaftliche Themen. Und doch hatte ich zum ersten Mal das Gefühl am Abgrund zu stehen. An einem sehr tiefen Abgrund. Es ist, wie gesagt, gut ausgegangen und aus heutiger Sicht kann ich sagen, dass ich bestimmte Themen anders angehen würde, aber dieser gefühlte Abgrund hat sich eingebrannt. Es ist interessant die körperliche Reaktion zu sehen, wie das Adrenalin durch den Körper pumpt und trotz minimalen Schlafs man keinerlei Müdigkeit verspürt. Es ist allerdings auch unangenehm, wenn man in einem wichtigen Treffen sitzt, aus dem nicht raus kann, und trotzdem das Gefühl hat hier und sofort in die Ecke kübeln zu müssen.

Es sind allerdings diese Situationen, wo man sich des Wertes der Familie sehr deutlich bewusst wird. Wo es einfach ein sehr sehr schönes Gefühl ist, wenn es Menschen gibt, die sich freuen, wenn man wieder wohl behalten zurück ist. Es mag komisch klingen, aber die Normalität des Alltags, kann etwas sehr beruhigendes haben. Es ist ein wahnsinnig schönes Gefühl, wenn der Spruch „in guten wie in schlechten Zeiten“ wirklich hält. Es ist ein tolles Gefühl, wenn man das Lachen der Kinder sieht und wenn die größte Sorge ist, dass der Bruder mehr Schokolade als die Schwester hatte oder die Schwester vermeintlich mehr gelobt wird als der Bruder. Es ist das Strahlen in den Augen der Kinder, wenn man zweimal hintereinander zu McD geht.

Es sind Momente wo einem sehr bewusst wird, was man alles verlieren kann was absolut unwiederbringlich ist. Momente wo links und rechts bei Freunden die Krankheiten zuschlagen, wo Eltern ihr Kind beerdigen müssen, weil es anderen Menschen geholfen hat. Wo der Freund, dessen Vater Krebs im Endstadium hat, zugeben muss, dass es zum Glück nur sein alter Vater ist und nicht seine Frau. So wie bei seinem Bekannten, der in unserem Alter bereits Witwer ist und mit einem Grundschulkind alleine ist. Es sind auch eure Erlebnisse, die mir immer wieder bewusst machen, dass ich weiterhin auf einem sehr hohen Niveau jammere.

Wenn ich an Weihnachten denke, dann könnte ich daran denken, dass ich noch nicht alle Geschenke habe, fast keine Karte geschrieben habe und jetzt schon weiß, dass ich dazu keine Lust habe. Wenn ich weiß, dass ich am 24.12 wieder angespannt sein werde, wenn ich weiß, dass mir das eventuelle Gemotze der Kinder über die falschen Geschenke auf die Nerven gehen wird. Dazu der der Stau und die Völlerei usw. Es gibt viele Gründe.Und doch freue ich mich auf Weihnachten. Vielleicht ist es das letzte Mal, dass alle eingeladenen Personen dabei sein werden. Vielleicht wird es ein Fest sein, von dem ich ein Leben lang zehren muss. Ich weiß es nicht und hoffe es nicht, aber wer weiß was nächstes Jahr sein wird.

In Anbetracht meiner wenigen Einträge will ich die Gelegenheit nutzen und euch ein friedliches Weihnachten und einen guten Rutsch wünschen. Möge es für euch alle eine schöne und erholsame Zeit werden. Auch wenn ich nur selten etwas veröffentliche oder kommentiere, so lese ich doch die allermeiste Zeit mit, manchmal vielleicht etwas zeitversetzt. Ich leide mit euch und ich freue mich mit euch. Alles Gute.

Ein Freund

Die letzten Wochen waren, nun ja, nicht so toll. Arbeit ohne Ende, so dass ich nicht mal mehr zum Lesen eurer Einträge kam, geschweige denn richtiger Kommetare. Das ich selbst der persönlichen Aufforderung von Frau Knobloch bzw Frau Lila nicht folgen konnte schmerzt mich, aber ich kann auf die Schnelle die Fragen nicht beantworten und hoffe es baldmöglichst nachzuholen. Ich hatte bereits 2x angefangen etwas zu schreiben aber nicht veröffentlicht. Es passte nicht.

Heute war ein guter Tag. Trotz Erkältung, Übermüdung, viel Reiserei, so dass ich einen runden Geburtstag eines sehr guten Freundes verpasst habe. Dafür habe ich kurzfristig einen Freund getroffen, den ich seit über vier Jahren nicht mehr gesehen habe. Ein Freund, dem ich am Donnerstag zum ersten Mal seit vier Jahren eine Mail schreibe ob er am Samstag zufällig da ist und Zeit hat, da ich in seiner Stadt umsteigen muss. Ein  Freund, der innerhalb von 5 Minuten antwortet und seinen Samstag umwirft. Ein Freund, der mir zuerst Bilder von 1999 in die Hand drückt. Ein Freund, der sich den Spaß macht und der Immobilienfrau erzählt, dass er mich auf Kaution aus dem Knast holen musste und dass ich nur einen Anruf hatte. Ein Freund, von dem die Immobilienfrau völlig zurecht sagt, es ist als ob man ihn erst letztes WE gesehen hätte.

Und so sitze ich mal wieder an einem Flughafen und warte endlich nach Hause fliegen zu können und freue mich so einen Freund zu haben. Es ist ein schönes Gefühl.

Euch allen einen schönen 3. Advent!!!

Die letzten Worte

Die Zeit fliegt. Mit jedem Jahr fliegt sie etwas schneller. Es ist faszinierend. Wie mag es wohl für richtig alte Menschen sein. Die Zeit verging wie im Flug. Was werden wohl die letzten Worte sein, die man irgendwann spricht. Wie lange kann man überhaupt noch sprechen, wenn man stirbt. Die Antwort hängt wahrscheinlich von der Todesursache und den Umständen ab. Die Menschen in den Flugzeugen des „11. September“ konnten bis zur letzten Sekunde sprechen und haben es teilweise auch gemacht. Ein Beispiel:

“Jules, this is Brian. Listen, I’m on an airplane that’s been hijacked. If things don’t go well, and it’s not looking good, I just want you to know I absolutely love you. I want you to feel good, go have some good times. Same to my parents and everybody. And I just totally love you and I’ll see you when you get here. Bye, Babe. Hope I call you.”

Wie schlimm muss es sein diesen letzten Anruf verpasst zu haben? Oder ist es wirklich schlimm? War es nicht sogar besser den Anruf verpasst zu haben und jetzt für immer im Besitz dieser wenigen Worte zu sein. Wie oft hat Jules wohl diese acht Sätze angehört? Wenn sie damals so alt wie Brian war, dann ist sie heute etwas über 50 Jahre. Sie hat wahrscheinlich noch 30-40 Jahre Lebenserwartung. Was werden ihre letzten Worte sein?

Wie viele Menschen sind als direkte oder indirekte Folge der Anschläge gestorben? Was ist Ursache und was ist Wirkung. Wie weit geht man zurück und selbst dann wird man keine befriedigende Antwort bekommen. Wie viele Menschen werden noch als indirekte Folge sterben? Was sind wohl die letzten Worte, wenn man die Drohne bereits sieht oder hört.

Die letzten Nachrichten der Menschen in den Flugzeugen waren wohl durchweg „positiv“ im Sinne, dass sie sich von ihren Familien verabschieden wollten. Kein Hass sondern Ausdruck von Liebe. Ob das bei den Menschen in Syrien, Irak, etc. genauso ist? Das der letzte Gedanke, das letzte Wort an die Frau, die Kinder, die Eltern gerichtet ist?

„Please tell my children that I love them very much. I’m sorry, baby. I wish I could see your face again.“

Oh God, My Wife Is German.

The Misadventures of an American Expat and His Wife in Germany

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Hessische Verfassung Art. 21 Abs. 1

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[hier bitte kreative Beschreibung einfügen]

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