Omnis amans amens

…nothing is desperately important and the joy of life is just looking at it

Monat: März, 2015

Zwischen den Jahren

25.12

Gelöste Atmosphäre im Kreis der Großfamilie. Belanglose Gespräche zwischen den Mahlzeiten.

„Also, wenn ich zuerst sterbe, dann will ich so beerdigt wie Deine Eltern es sich wünschen. Die Asche in einer Urne irgendwo im Garten vergraben oder auf dem Kaminsims stehend.“

„Ah ja. Wie kommst Du darauf?“

„Einfach so, kam mir gerade.“

„OK, gut das wir darüber gesprochen haben. Ich hoffe, dass wir uns mit dem Thema noch etwas Zeit lassen können.“

28.12

Wieder zuhause in den eigenen vier Wänden.

„Fühl mal!“

„Wo?“

„Na hier, da ist etwas“

„Oh, schei…. Ja, da ist etwas. Du musst zum Arzt, das fühlt sich nicht gut an“

29.12

Angespannte Stimmung

„Sie sprechen mit dem Anrufbeantworter der gynäkologischen Praxis von Dr. …“

„Sie sprechen mit dem Anrufbeantworter der gynäkologischen Praxis von Dr. …“

„Sie sprechen mit dem Anrufbeantworter der gynäkologischen Praxis von Dr. …“

„Krankenhaus XYZ, was kann ich für sie tun?“

„Ja, hallo, meine Frau hat einen ziemlich großen Knoten in der Brust ertastet und ihre Ärztin ist, wie alle Ärzte, im Weihnachtsurlaub. Könnte sich bei ihnen ein Arzt das bitte anschauen?“

„Ihre Frau kann gerne vorbei kommen, wenn sie große Schmerzen hat, ansonsten können wir nichts machen, da wir auch nur eine Notbesetzung auf der Geburtsstation haben. Da muss sie bis nach Dreikönig warten.“

02.01

Erlösung

„Da haben Sie aber Glück gehabt, dass Sie uns heute erreicht haben. Eigentlich haben wir nicht offen. Das ist nur ein (…). Da müssen Sie sich keine Sorgen machen. Aber immer schön zur Vorsorge gehen.“

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Happy 2014 – Besser spät als nie

Die liebe Sarah hatte vor über drei Monaten dazu aufgerufen. Bei manchen dauert es eben etwas länger. Andererseits ist es interessant sich erst einige drei Monate später zu erinnern. An was werde ich mich wohl in drei oder dreißig Jahren erinnern?

Als erstes fällt mir der Jobwechsel ein. Auf dem Papier habe ich in 2014 endlich das erreicht, was ich schon vor über 15 Jahren als Ziel definiert hatte. Fühlt sich gut und doch ist es nicht die erlösende Befriedigung gewesen, die ich mir vorgestellt hatte. Es wird auch nur mit Wasser gekocht.

Als nächstes fällt mir die Halbzeitpause des WM Halbfinales ein, als ich das Halbzeitergebnis fotografiert habe, um es einmal meinen bisher nicht vorhandenen Enkeln zeigen zu können. Es war ein sehr schöner Gedanke meinen eventuellen Enkeln einmal erzählen zu können, wie ich mit ihrem Vater bzw. Onkel, der damals so klein war, wie sie jetzt, das Spiel gesehen habe und es einfach nicht glauben konnte.

Die Midlife-Crisis hat zugeschlagen. Das Lied der Ärzte „Ist das alles“ war ein beherrschendes Thema in 2014. War es das im Leben? Kommt noch etwas? Noch einmal durchstarten? Dankbarer sein? Was ist Ehrgeiz und was ist Narzissmus? Was ist kritisches Hinterfragen und was ist Selbstmitleid?

Die Einschläge kommen näher. Der Tod und die Krankheiten kommen immer näher. Auch wenn wir vor den schlimmen Schlägen im Gegensatz zu anderen verschont geblieben sind, so kann man anhand aufziehender Wolken bereits ein Gefühl bekommen, dass es irgendwann schlechter werden wird.

Alles in allem verbuche ich 2014 als ein sehr schönes Jahr. Ein Jahr in dem mir erneut sehr viel Glück zugute kam. Ein Jahr für das ich sehr dankbar sein sollte und auch bin.

Geiz, Gier und Gejammer

Das Lesen von vielen verschiedenen Meinungen habe ich in den letzten Monaten als sehr wertvolle Bereicherung der Meinungsvielfalt der „Lügenpresse“ angesehen. Das schöne ist, dass man beide Seiten der ausleben kann.

Ein Beispiel, da es aktuell nicht mehr so im Brennpunkt steht: Der Israel-Palästina Konflikt. Da gibt es die israelische und die palästinensische Seite. Beide Seiten sind selbst unschuldig und wehren sich nur gegen die Aggression des anderen. Den Medien wird immer dann einseitige Berichterstattung vorgeworfen, wenn sie etwas, aus ihrer Sicht, Falsches schreiben. Das ist teilweise bemerkenswert, wenn die beide Seiten die Berichte als einseitig verdammen.

Ein anderes Beispiel ist der Ukraine Konflikt. Auch hier haben wir es gemäß vielen Menschen mit einem krassen Fall von Lügenpresse zu tun. Da werden „Fakten“ nicht aufgenommen und nur die westliche Sicht gezeigt. Ich frage mich, warum die gesamte „Lügenpresse“ im Falle der NSA, dem 2. Irakkrieg, etc. volle Breitseite gegeben hat. So stark, dass es am Ende fast jedem zum Hals raus hing. Jetzt soll genau diese Lügenpresse auf einmal alle von geheimen Mächten gesteuert sein und nur das veröffentlichen, was der Westen will. Ich muss zugeben, dass dies meine Vorstellungskraft übersteigt. Weniger wegen der zugrunde liegenden Daten (ob meine Sicht da richtig oder falsch ist, sei einmal dahin gestellt, ich kann es nicht nachprüfen) , sondern vielmehr, da die Konkurrenz der Medien untereinander so groß ist, dass man mit einer Sicht wider die herrschende Meinung eine Menge Aufmerksamkeit und damit Werbeeinnahmen und damit Gewinne bekommen würde. Vielleicht würden auch noch einige Medienpreise abfallen, die das Ego der schmeicheln würden.

Ich würde gerne noch etwas zu PEGIDA schreiben, aber es scheint, dass sich dieses Phänomen von alleine erledigt hat. Wahrscheinlich auch aufgrund der „Lügenpresse“ und anderer finsterer Mächte.

Die Bundeskanzlerin macht eigentlich auch alles falsch. Den einen ist sie in der Griechenlandfrage viel zu weich, den anderen viel zu hart. Dem einen ist sie in der Ukrainekrise viel zu sehr Putinversteherin und dem anderen eine Kriegstreiberin. Der eigenen Partei ist sie nicht modern genug und den anderen nicht konservativ genug.

Was haben diese Beispiele gemeinsam? Jeder will möglichst viel von seinen Interessen durchbringen. Jeder ist nur auf seinen Vorteil aus. Jeder meint, dass ihm noch mehr zusteht und dass nur er Recht und all die anderen Unrecht haben.

Diese Gier ist der Antrieb unserer Welt und wir sind damit relativ weit gekommen. Von daher hat diese Gier durchaus ihre Vorteile, allerdings sollte man zu ihr stehen. Jeder von uns sollte zu dieser Gier stehen und sich nicht für einen Gutmenschen halten, solange es nicht so ist.

Einige Beispiele: Man ist gegen die Globalisierung, aber freut sich für 280 EUR nach New York zu fliegen. Man ist für gerechte Löhne und nutzt trotzdem das neueste Smartphone, obwohl man weiß, dass in irgendeiner asiatischen Produktion es jemand für einen Hungerlohn zusammen bauen musste. Man ist gegen Massentierhaltung, aber schiebt sich trotzdem die Fleischberge rein. Man könnte diese Liste endlos fortführen und wahrscheinlich kann jeder, der sich von dieser Liste angesprochen fühlt bestimmt eine gute Begründung geben, warum er trotzdem zu den Guten gehört, warum der Flug sinnvoll ist, warum der Kauf des Smartphones nicht die Mitarbeiter ausbeutet und so weiter.

Der Geiz und die Gier geht einher mit einem nicht endenden Gejammer. Wie schlecht es uns doch geht. Gejammer über angeblich eingeschränkte Meinungsfreiheit weil aufgrund Terrorwarnung ein Karnevalsumzug abgesagt wurde oder weil zu viel Polizei auf den Straßen ist. Die Polizisten stehen da bestimmt gerne in voller Montur rum und warten, dass etwas passiert. Die Angehörigen der Polizisten finden das bestimmt auch toll.

Wenn man selbst in der warmen Wohnung sitzt, satt ist und den nächsten Urlaub vor Augen hat, dann lässt sich ganz hervorragend Ratschläge geben, was man anders und besser machen soll. Ich kann das auch. Wenn man allerdings die Entscheidungen zu treffen hat und die Verantwortung zu übernehmen hat, dann sieht es etwas anders aus. Wie ginge es wohl den Verantwortlichen, wenn trotz Terrorhinweise eine Demonstration genehmigt worden wäre und dann x Menschen getötet oder gestorben wären. Wie wäre es denn,wenn trotz Terrorhinweise eine Gruppe Attentäter durch die Innenstadt marschieren und Menschen umbringen würde?

Oder Griechenland. Jeder weiß genau, was zu tun ist. Sei es den Griechen die Schulden zu erlassen oder noch viel härtere Maßnahmen umzusetzen. Jeder, der nicht in der Verantwortung steht, weiß es besser. Es ist manchmal schade, dass wir keine Glaskugel haben, aber mich würde schon interessieren, wie die Kritiker reagieren würden, wenn man ihre Vorschläge tatsächlich umsetzen würde. Wenn man wirklich 80 Mrd EUR aus deutscher Sicht erlassen würde. Wenn dann das Geld an anderer Stelle irgendwie wieder reinkommen muss. Da wäre dann das Gejammer wieder groß, egal, ob es sich um dem Verteidigungs-, Sozial-, Infrastruktur- oder was auch immer Haushalt handelt. Da hätten wir dann wieder die Gier.

Jeder Politiker aber auch jeder Mensch, der in einer Beziehung, Familie oder sonstiger Ansammlung von Menschen lebt kommt um Kompromisse nicht herum. Es geht nicht anders. Es gibt gute und schlechte Kompromisse. Ein guter Kompromiss kann sich im Nachgang als schlechter herausstellen und umgekehrt. Hinterher ist man immer schlauer.

Daher kann man jedem, der es besser weiß, nur raten Verantwortung zu übernehmen, in die Politik, Management oder sonstigen Führungspositionen zu gehen und Dinge anzupacken. Man kann da jeden guten Gedanken gebrauchen. Alle anderen sollten offen und ehrlich zu Geiz und Gier stehen.

Wie heisst es so schön: Wenn jeder an sich denkt, dann ist an jeden gedacht.

Binge Blogging

Nachdem ich monatelang nichts veröffentlicht habe kommen jetzt auf einen Schlag einige Beiträge. Die lagen teilweise schon seit einigen Wochen rum. Entsprechend bitte nicht versuchen sie in einem Zusammenhang zu sehen. Manche Dinge haben sich angestaut und mussten jetzt einfach raus.

Macht, Gier und Neid

Vor Weihnachten war in der FAZ ein sehr lesenswertes Interview mit Gerhard Polt (http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/weihnachts-interview-mit-gerhard-polt-13329715.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2). Was eigentlich über Weihnachten gehen sollte geht schnell auf andere Themen ein. Sehr bezeichnend fand ich folgende Aussage von Polt, da sie so gut zur aktuellen Situation passt.

„…Ich war noch ein Kind [Polt wurde 1942 geboren], ungefähr acht Jahre alt, als Flüchtlinge aus Schlesien mit die Ersten im Ort waren, die ein Haus gebaut haben. Und da hat dann eine Frau, ich seh ihr Gesicht noch vor mir, geschimpft, wo diese Flüchtlinge das Geld her hätten und dass man da einen Benzinkanister reinschmeißen müsste und das Haus anzünden. So ein Hass, gegen die eigenen Leute. Und die waren sogar noch katholisch! Ich sage das deshalb, weil mir das geholfen hat, um später wenigstens ein bisschen zu verstehen, was zum Beispiel in Jugoslawien passiert ist. Aber ich kann das nur erzählen…“

Ich bin immer wieder fasziniert, wenn ich das lese, denn es zeigt, dass es am Ende immer nur ums Geld geht. Das waren vertriebene, katholische Deutsche im damals noch tief katholischen Oberbayern. Da fällt es selbst der „Ja, aber…“-Fraktion schwer Gründe zu finden, die über Neid und Gier hinaus gehen.  Man nehme den besagten Jugoslawien Konflikt und die vermeintlichen Unterschiede zwischen Orthodoxen, Moslems und Katholiken. Man nehme den Israel/Palästina Konflikt zwischen Moslems und Juden oder den Nord-Irland Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken. Man nehme den Konflikt zwischen indischen Hindus und pakistanischen Moslems. Am Ende vom Tag geht es immer um Macht, Einfluss und Geld.

Religion ist nur ein vorgeschobenes Argument, um die eigenen Truppen zu mobilisieren, bis sie irgendwann von alleine laufen und die gegenseitige Rache den Konflikt immer wieder anheizt. So lange bis die Kontrahenten irgendwann einmal ausgeblutet sind. Wie viele Millionen Franzosen und Deutsche haben allein zwischen 1870 und 1945 ihr Leben gelassen, wegen einer angeblichen Erbfeindschaft der Länder. Irgendwann hatten wohl beide Länder verstanden, dass man bessere Geschäfte gemeinsam machen kann. Vielleicht lag es auch daran, dass man sich gegen einen größeren Feind verbünden musste. So wie die Europäer insgesamt verstanden haben, dass sie gemeinsam mehr Gewicht auf die Waage bringen.

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