Omnis amans amens

…nothing is desperately important and the joy of life is just looking at it

Monat: Juli, 2014

Ein Tor

Die liebe Lila Sumpf hat einerseits mein Blog gelobt und andererseits mit der Berliner Mauer gewunken, dass ich zu wenig schreiben würde.  Das Lob habe ich dankend entgegen genommen und dem Schlag mit der Berliner Mauer konnte ich gerade noch ausweichen. Entsprechend schnell ein Gedanke, der mich seit Sonntag Abend begleitet.

Es sind noch nicht einmal 48h vergangen seit dem Tor in der Nachspielzeit. Ein Tor, mehr nicht. Es war ein schönes Tor, es war ein aus deutscher Sicht verdientes Tor, aber es war nur ein Tor.

Seit diesem Tor ist besonders in Deutschland viel gejubelt worden, es gab spontane und geplante Feiern und es gibt eine Jubelrede nach der anderen. Deutschland ist in Hochstimmung, es werden Vergleiche gezogen mit dem realen Leben, die man glauben kann oder auch nicht. So lange sie sich schmeichelhaft lesen, glaubt man sie gerne. Aber es war einfach nur ein Tor.

Wenn man durch die Straßen geht, die Freude der Menschen sieht und sich dann fragt, ob es an diesem einen Tor liegt oder sind es vielleicht andere Gründe. Wie würden die Mensche aussehen, wenn es dieses Tor nicht gegeben hätte oder gar ein Tor für Argentinien gewesen wäre.

Man stelle sich für einen Moment vor, dass Messi in der 113. Minute den Ball zu Agüero passt. Agüero nimmt den Ball mit der Brust und hämmert ihn unhaltbar für Neuer ins Tor. Nur ein Tor.

Löw wäre der Looser, der nie ein Turnier gewinnen wird. Lahm & Co wären die goldene Generation, die nie einen Titel geholt hat. Schweinsteiger, der Held des Spiels, wäre nur noch das Symbol, dass Kämpfen alleine nicht reicht. Es wären die Experten gekommen und hätten gesagt, dass es ein Fehler war einen nicht fitten Spieler wie Schweinsteiger mitzunehmen. Den Deutschen würde man eine mangelnde Härte attestieren, etc. Die Vergleiche mit der Wirtschaft würden in die andere Richtung gehen und man würde eine Kette bilden, dass Nationen wie Italien, Spanien und Argentinien zwar alle riesige wirtschaftliche Probleme haben, aber ihre Fußballspieler Titel hole. Alles nur wegen einem Tor.

Es soll hier gar nicht darum gehen wie sehr irgendeine Mannschaft den Titel verdient hat oder nicht. Diese Frage kann sowieso niemand objektiv beantworten. Man soll sich einfach nur bewusst machen wie knapp der Unterschied zwischen Himmel und Hölle war, wie schnell aus Glück Unglück hätte werden können. Wegen einem Tor.

Die E-Mail

Es war Liebe auf den ersten Blick und sie wusste sofort, dass er wahrscheinlich einer der wichtigsten „Männer“ in ihrem Leben sein wird. So verbrachte sie die ersten Jahre vollständig an seiner Seite. Im Laufe der Jahre schaffte sie es etwas Abstand zu halten und ihm auch etwas Freiraum zu geben. Aber mit jedem Meter Entfernung wuchs auch ihre Sorge, dass ihm etwas zustoßen konnte.

Beide hatten zwei große Leidenschaften – Fast Food und Preisausschreiben. Umso glücklicher waren sie als es ein Preisausschreiben bei ihrem Lieblings „Restaurant“ gab. Die Formalitäten waren schnell geklärt bzw. ausgefüllt und so ging das große Warten los. Nichts passierte. Er fragte sie immer wieder, ob denn schon etwas gekommen ist, z. B. eine E-Mail oder ein Brief. Nein, leider nichts, erwiderte sie. Da sie noch nie etwas gewonnen hatten, machte er sich keine weiteren Gedanken und fand sich mit der Situation ab.

Für sie, die ihre E-Mail Adresse angegeben hatte, stellte es sich allerdings etwas anders dar. Denn sie hatte nicht die Wahrheit gesagt. Sie hatte eine E-Mail bekommen.

„Lieber […],

herzlichen Glückwunsch. Du bist dabei. Du bist Teil der […]’s Fußball Eskorte zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™ in Brasilien. Als offizieller Sponsor der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™ schickt […]’s fußballbegeisterte Kinder zur FIFA WM 2014 nach Brasilien (12.06. – 13.07.2014).

Aus über 25.000 Bewerbungen wurden 15 Kinder ausgewählt, die die einmalige Möglichkeit bekommen, zusammen mit einem Nationalspieler bei der FIFA WM 2014 ins Stadion einzulaufen.
Du wirst am

Dienstag, 8. Juli 2014 als Eskortenkapitän beim Halbfinale (Spiel 61) in Belo Horizonte

dabei sein. Zusammen mit einem Erziehungsberechtigten wirst Du nach….“

Sie hatten tatsächlich gewonnen. Sie hatte sich gefreut, auch für ihn. Und doch war die Sorge, dass ihm etwas zustoßen könnte so groß, dass sie sich entschloss zu lügen und ihm die E-Mail und den Gewinn vorenthielt. Und so saß sie am Dienstag Abend in Deutschland vor dem Fernseher und freute sich mit ihrem Sohn über ein Spiel, von dem sie wusste, dass sie einmal ihren Ur-Enkeln davon erzählen wird. Die E-Mail löschte sie allerdings für immer und ewig.

„Ich wünsche dir […] von Herzen Freude am Leben und das immer wieder neu!“

Es gibt diese Tage, die 99,99% der Weltbevölkerung als einen tollen Tag ansehen würden. Man hat in einem bequemen Bett geschlafen, man hat den Tag mit warmen Wasser begonnen. Man hat ausreichend gegessen und getrunken. Man hat Arbeit und nicht einmal die Schlechteste. Man kann sich vielen schönen Geschichten von anderen Bloggern erfreuen. Die Familie ist gesund und auch man selbst hat eigentlich keinen Grund zu klagen.

Da ist das Wort „eigentlich“, denn man hätte besser schlafen können, die Kaffeemaschine hätte besser funktionieren können. Man hätte frei haben können. Es hätte auch erst Samstag sein können. Die Pubertät der Kinder hätte noch etwas warten oder gleich ganz ausfallen können. Hätte, wäre, wenn. Und so legt sich ein leichter negativer Schleier auf einen eigentlich schönen Tag.

Und während man dabei ist, sein vermeintliches Schicksal innerlich zu bejammern, kommt ein Sonnenstrahl in Form einer sehr guten Mini-Blog-Serie. Es gibt bereits den 10. Teil dieser Serie und man muss sich fragen, wie man der fabelhaften Marga Auwald „folgen“ konnte ohne diese Serie zu bemerken. Diese Serie ist die Geschichte von Tara und bereits im 2. Absatz des 1. Teils ist klar, dass die Serie irgendwann enden wird, so wie man bei Wolfgang Herrndorfs „Arbeit und Struktur“ ebenfalls sofort weiß, dass es irgendwann vorbei sein wird. Wäre es eine Verfilmung, man könnte Grönemeyers „Der Weg“ fast schon hören obwohl es mit keiner Silbe erwähnt wird. Es ist dieses Lied, dass einerseits so unendlich traurig und andererseits so unendlich schön ist. Es zeigt die Besonderheit eines Menschen für seine direkten Mitmenschen, so wie Tara für ihre Familie und Freunde ein besonderer Mensch ist.

Und mit der Endlichkeit werden auf einmal kleine Dinge besonders. Dinge, die man gar nicht wahrnimmt, da sie eigentlich nicht besonders sind. Und da ist das Wort „eigentlich“ wieder, aber jetzt hat es eine positive Wirkung. Es sind diese kleinen Dinge, die einem wie ein Spiegel vor Augen führen, dass man sich seines Glückes nicht zu sicher fühlen sollte. Das man sich der positiven Dinge im Leben bewusst werden und dankbarer sein sollte.

Wahrscheinlich wird sich der eine mit Taras Geschichte mehr identifizieren können als der andere. Es ist sehr traurig und man sollte die Geschichten nur mit einer ausreichend dimensionierten Packung Taschentücher beginnen. Aber wenn die Augen wieder trocken sind, dann ist auch der leicht, negative Schleier weg.

Ich gehe nicht weg
Hab‘ meine Frist verlängert
Neue Zeitreise
Offene Welt
Habe dich sicher
In meiner Seele
Ich trage dich bei mir
Bis der Vorhang fällt
Ich trag dich bei mir
Bis der Vorhang fällt“

 

P. S. der Titel ist ein Zitat von Taras Neujahrswünschen

Die Füße der oberen Zehntausend

In München, direkt gegenüber der Oper an der Ecke Hofgraben/Maximilianstraße gibt es ein Restaurant mit einer sehr schönen Hoch-Terrasse. Diese Hoch-Terrasse wird gerne von den oberen Zehntausend genutzt, was u. a. daran liegt, dass das Restaurant auch für Münchner Verhältnisse eher teuer ist.

Sobald es die Heizstrahler zulassen sitzen die Schönen und die Reichen auf der Hoch-Terrasse zum Sehen und Gesehen werden. Der Boden der Terrasse ist ca. 1,80 über dem Bürgersteig, so dass man als Fußgänger einen hervorragenden Blick auf die Füße der Schönen und Reichen bekommt. Jeder kennt den Spruch, dass man den Mann an den Schuhen erkennen soll. Da steckt viel Wahrheit drin, auch für die Frauen.

Wenn die Temperaturen allerdings eine Höhe erreicht haben, dass man die Heizstrahler nicht mehr braucht, dann geht das wahre Gruselkabinett erst los. Es ist bemerkenswert, wer alles unter dem Tisch die Schuhe auszieht. Im Falle der Männer schaut man meist auf Socken, die manchmal bessere und manchmal weniger gute Tage hinter sich haben. Die Frauen verzichten lieber gleich auf Socken bzw. Strümpfe, was den Anblick nicht besser macht.

Und so frage ich mich jedes Mal, wenn sehr ungepflegte Füße vor Schuhen und Handtaschen stehen, die einen drei- bzw. vierstelligen Euro Betrag gekostet haben, was sich die Menschen dabei denken und wie dünn doch der vermeintlich schöne Schein ist.

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Wunderbar durch Bloggerwelt und über weiter Wiesen Feld, getrocknet Kräuter Duft tut weilen– beschaulich voll mit Kenntniszeilen -Rezepte, Arzenei,Suppentopf, immer weiser Schopf am Kopf– finden viel Geschichten leise, ihren Weg auf wohlbedachter Reise. Ein Garten gar befüllt von Blüten,die wehend zärtlich ein Geheimnis hüten und dieserhalben Trachtens Liebe weben – Einfach Leben

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heimlich rauchen, heimlich saufen, heimlich lieben, heimlich suchen, heimlich ficken, heimlich man selbst sein.

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