HIMYM – 4 – Should I stay or should I go

von guinness44

C. und er machten sich auf den Weg auf eine verrufene Partyinsel im Mittelmeer. Nun, obwohl es bereits Hochsommer war, hatte die Saison noch nicht richtig begonnen, und es war eher wenig los. Das ausgesucht Budget Hotel war so unglaublich billig, dass man das Gefühl hatte, dass die Autos direkt durch das Bett fahren. Das Bad war so klein, dass rückwärts reingehen musste, da innen kein Platz zum Wenden war. Der Fraß die vorgesetzte Nahrung hatte ihren Namen nicht verdient und es war nur der Hunger, der es rein trieb.  Der Hotelwechsel gestaltete sich zum Glück als völlig beschwerdefrei. Das neue Hotel war jetzt auch nicht das Adlon aber verglichen mit der vorherigen Absteige war es geradezu Luxus. Das Essen war nicht gut, allerdings konnte man erkennen, was es einmal war bevor es in den Topf bzw. Pfanne kam. Die Insel füllte sich langsam und so konnten die Feierlichkeiten langsam beginnen. Durch Zufall traf man noch Bekannte aus der Heimat und mit einem Mal wurden die Nächte zu Tagen und die Tage zu Nächten. Im Hotel hatte er auch P. und ihre Freundin kennen gelernt. P. wohnte in einem ganz anderen Teil Deutschlands und hätte so eine gute Urlaubsbeziehung werden können, wenn S. nicht gewesen wäre. Hätte, wäre, wenn, es war müßig weiter darüber nachzudenken, denn es war wie es war und so feierte man weiter durch die Clubs der Insel und war insgeheim wieder froh, als man endlich im Flugzeug nach Hause sass und schlafen konnte. S. freute sich sehr und holte ihn am Flughafen ab. Seine Freude hielt sich in Grenzen, da die Erinnerungen an P. einfach nicht aus dem Kopf wollten. Es war zum Heulen. Im Urlaub hatte er mit P. lange Gespräche geführt und immer an S. gedacht. Jetzt war er wieder bei S. und dachte immerzu an P. Allzu viel Zeit für Gedanken war allerdings nicht, denn es ging nach wenigen Tagen mit C. zum bereits geplanten Detox Urlaub nach Nordeuropa weiter. Dort war es stinklangweilig und aufgrund des Sonnenstandes war Schlafen nicht so einfach wie erhofft.

 

Zurück in Deutschland ging bald darauf eine neue berufliche Episode los. Die Beziehung mit S. erreichte die nächste Ebene und man lernte die jeweiligen Eltern kennen. Die Gedanken an P. verblassten und das Leben schien, auch aufgrund der neuen Arbeit, endlich in ruhigere Bahnen zu laufen. Er verstand sich gut mit der Mutter von S. aber der Kontakt mit ihrem Vater war von Anfang kühl.  Das Verhältnis war nicht schlecht, aber auch nicht gut.  Es war ein Non-Event, was zunächst nicht weiter störte. Das Leben plätscherte ohne besondere Ereignisse und Erinnerungen dahin. Im Nachhinein mehr als bezeichnend und mehr als deutlich, dass die Beziehung in so einer frühen Phase bereits einen Zustand erreicht hatte, die andere erst nach Jahren erreichten. Er hatte es allerdings noch nicht so wahrgenommen und S. wahrscheinlich auch nicht. Eines späten Abends verließ er das Haus von S. und traf auf dem Weg zum Auto ihre Eltern. Der Zustand des Vaters war so desolat, dass es ihm Angst und Schrecken einjagte, dass dieser Mann der potentielle Großvater seiner ungeborenen Kinder sein könnte. Mit einem Mal war er geradezu panisch, dass S. ungewollt schwanger werden konnte. Eine Panik, die eine Fortführung der Beziehung unmöglich machte. So beendete er, unter fadenscheinigen Gründen, bereits nach wenigen Wochen wieder die Beziehung. Er hatte nicht den Mut S. die wahren Gründe zu nennen und betrog sich selbst mit der Begründung, dass es doch auch für S. besser so ist. Er wollte nicht auch noch ihr Verhältnis zum Vater zerrütten.

 

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